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Wenn der Dschungel ruft…

…gibt es für Viele kein frühes Zubettgehen mehr.

ibes2012

Ich bekenne, ich gehöre dazu.
“Warum ausgerechnet das?”, “Das schau ich mir nicht an, ist zu spät und außerdem viel zu eklig”, sind die Kommentare derer, die mich bei meiner Bekenntnis ansehen, als sei ich seltsam. Das sind im übrigen die gleichen Menschen, die beherzt ‘Bauer sucht Frau’, ‘Schwiegertochter gesucht’ oder DSDS-Castings schauen, um dort der Verhöhnung der in ihren Fähigkeiten Eingeschränkten beizuwohnen. Wir kennen das ja bereits, dass die Selbstbefriedigung Einzelner unter der Decke des Fremdschämens funktioniert und Selbsterhöhung auf Kosten anderer einfach orgastische Maße erreicht. Ich schrub bereits darüber.

Das ist im Dschungel anders. Es ist ein Format, das einmal im Jahr ausgestrahlt wird. Fast kann man das daher mit Eurovisions- oder dem Superbowlfieber vergleichen.
In den Dschungel gehen Leute, für die mediale Aufmerksamkeit und der Umgang damit nicht fremd ist. Unsere Alteisen-Promis, die keiner mehr so richtig auf dem Zettel hat, doch irgendwie jeder kennt. Ramona Leiß ist wohl jedem schon einmal als Moderatorin begegnet. Wer erinnert sich nicht an Tic Tac Toe, hat schon einmal Ailton kicken sehen oder erinnert natürlich Brigidde aka Brigitte Nielsen und sei es nur an der Seite von “Sly” – Sylvester Stallone.
So ist es RTL auch dieses Mal gelungen eine nette Mischung aus Sport, Fernsehen, Mode, Musik, Internationalem und Schrägem, Jungem und Altem zusammenzustellen. Das Muster ist dabei immer das Gleiche. Psychisch angeschlagene J-Promis, die den Absturz von der G-Promistufe noch nicht verwunden haben, Egozentriker und Zicken treffen auf halbwegs bodenständige Charaktere, die ihre Macken etwas versteckter pflegen. Natürlich muss es auch eine kleine Dschungelromanze geben. Dieses Mal gespielt von Rocco, dem verstoßenen Sohn des Herrn Ochsenknecht und Kim, der quirligen DSDS-Schminktasche.
In dieser Staffel finde ich die Psychodichte übrigens etwas geballter. Frau Leiß hinterließ zuweilen den Eindruck als erlebe sie einen kalten Entzug, Herrn Raven brannte der Helm, als würde er im besten Fall die Palmen hochgehen und Daniel Lopes verfiel kurzzeitig in depressiv-autistisches Gebahren bevor er wieder manisch wurde. Auch eine Micaela Schäfer hat so ihre Not mit ihrer Textilallergie und das als Model. Mag es anfangs noch witzig gewesen sein, so fühle ich mich von ihrem blanken Po, dem schlecht gemachten Busen und ihrer merkbefreiten Art inzwischen mehr als gelangweilt. Allzu erfrischend sind da doch die quietschfidele Kim, Rocco mit dem Vatertrauma und Brigidde, die einfach durch und durch Profi ist.

So flimmert zwei Wochen lang jeden Abend der Dschungel über den Schirm. Im Übrigen bin ich mir nicht sicher, ob ich das auch schauen würde, würden nicht Dirk Back und Sonja Zietlow die Sendung moderieren. Die beiden sind einfach ein tolles Team und in ihrer Art höchst amüsant, zynisch aber nicht destruktiv.

Das alles ergibt gemeinsam mit den Kommentaren meiner Twittertimeline ein allzu nettes Gemisch, dass mich tapfer wachbleiben lässt.
Zu guter Letzt oute ich mich mal mit meiner Einschätzung wer gewinnt. Ich kann mir Ailton und Brigidde als Dschungelkönig/königin gut vorstellen. Da ich fürchte, das Ailton nicht bis zum Schluss durchhält, sag ich mal: Brigidde wird’s.

Was meint ihr?

3 Kommentare auf “Wenn der Dschungel ruft…”

  1. Kerstin sagt:

    Auf jeden Fall muss Brigidde Dschungelkönigin werden!

  2. marcus sagt:

    ne ne las mal den ailton gewinnen:) http://www.kaffee4all.com

  3. Sven sagt:

    Brigidde oder Ailton mit starker Tendenz zu Brigidde. Über ein Jahrzehnt Reality TV Erfahrung machen sich eben bezahlt. Und gegen Celebrity Rehab with Dr. Drew ist IBES auch eher ein netter Campingurlaub…

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