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… oder ist das gar meist so?

In meinem Kontakt mit dem alltäglichen Wahnsinn, begegnet mir schon so das ein oder der Andere …

Da gibt es die Leute die außer „Alder“, „Digger“ und „dies, das“ mit aufgeblusterten Jacken, dennoch hemdsärmlig durch die Welt tapern. Schon ein Blick in ihre Augen lässt vermuten, dass dahinter eine schier endlose Weite auf das Gegenüber trifft. Verschiedene alte Beulen auf dem Kopf zeugen zudem nicht davon, dass Reden so wirklich eine ihrer Stärken ist. Diese sind zuweilen gefährlich, weil viel zu impulsiv.

Dann gibt es die zunächst Leisen, kuhäugig und scheu dreinblickenden, die ganz viel fühlen, nur nicht sagen können was. Sich immerzu klein fühlen aber so ihre Punkte haben, die man nur drücken muss. Einmal gedrückt glaubt man kaum welch Energie in dieser vormals schlaffen Hülle steckt. Leider erfordert das Einfangen und Beruhigen oftmals einen langen Atem. Diese Typen lassen sich erstaunlich gut müde reden, als wären die Worte, die sie oft sichtlich nicht im Sinn erfassen, Valium für die gekränkt-aufgebrachte Seele.

Heute hatte ich jemanden der wohl eher eine Mischung ist. Er kann fühlen, kann das, benennen doch sein intellektuelles Niveau gleicht eher einer kargen Wüstenlandschaft. Gerne spricht er von sich in der dritten Person und stellt, ob seines Nuschelns erhöhte Anforderungen an den Zuhörer.

So berichtete er mir bedrückt über einen Familienstreit, der nahezu eskalierte wäre. Erzählt von seiner Mutter die mit dem Telefon in der Hand beobachtete und immerzu schwankte zwischen dem Hinzurufen behördlicher Einsatzkräfte oder dem gewähren lassen der Streithähne. Meinem kritsch-lauschenden Gesichtsausdruck genügen wollend, lenkt er jedoch schnell ein mit „Es war aber alles nur barbal.“ Hm..denke ich mir noch, eine nette Mischung aus barbarisch und verbal. Und auch wenn er Autorennamen in der Literaturliste eines ihn betreffenden Gutachtens zunächst für eine weitere Diagnose hielt „Gucken sie, was ist das? Da steht ich hab R. Ha…“, am Ende fühlt er sich wohl in seiner Welt. Alles ist erst einmal wieder gut, naja bis zum nächsten Mal, dass nicht lange auf sich warten lassen wird. Doch in dem Moment ist für ihn alles so einfach.

Wie schön denke ich noch, wenn man so unbeschwert durchs Leben geht, obwohl um einen herum das Chaos tobt.

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