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Oh Baby,
oh Babe, Baiibyy
Habt ihr euch schon einmal gefragt wie viele verschiedene Arten es gibt dieses Wort auszusprechen?
Da hätten wir das „Gelassene – Baby“, einfach kurz und knapp mal so beiläufig erwähnt. Durchaus alltagstauglich, angemessen, keinerlei histrionische Züge, einfach nur ein ruhiges Baby, gerne auch mal mit einem knappen ‚e’ am Ende. Übrigens nicht zu verwechseln mit dem „Checker – Baby“, das ausschließlich der männlichen Spezies vorbehalten bleibt. Naja geht auch bei Frauen, aber da wirkt es doch etwas skurril, so mit der schief sitzenden Basecap, die Daumen in den Hosentaschen, Beine etwas stärker gespreizt. Das Kinn bewegt sich in einer kleinen Zuckwelle nach vorne beim Sprechen. Es klingt eher so … so, ja so lockend.
Anders beim „Genervten -Baby“, wo das ‚a’ schon etwas länger gesprochen wird und sich das ein oder andere Auge, gelegentlich auch Beide, langsam um sich selbst rollen. Die Stimme ist dabei gleichmäßig, tief, cool. Eine Unterkategorie wäre das Genervte kombiniert mit dem „Du bist so blöd – Baby“. Letzteres kann am Ende zuweilen etwas in der Kehle glucksen und dadurch kratziger klingen.
Nicht ganz so weit entfernt ist das „Pantoffelheld-Baby“. Man möge mir nachsehen, dass ich hier beispielhaft eher männliche Stimmen im Kopf höre, die mit einem „Bring mir mal ‚n Bier mit, Baby!“ ihren Befehlswunsch mit einer gewissen Note versehen. Diese Note soll Frauchen entweder gefügig machen, widerspruchsbefreit oder hat einfach gar keinen Sinn. Männer denken ja nicht immerzu so viel, also könnte auch letzteres gut drin sein.

Doch schaut wie ein anderes daher springt, frei und ohne Angst atmend. Fast sieht man dieses Bild einer natürlich schönen Frau mit langem blondem Haar, die strahlend über eine Sommerwiese läuft. Ihre Silhouette ist so wunderbar in Weichzeichner getunkt. Das Gras steht hoch und wiegt sich sanft im Wind, als ein freudiges, leichtes „Baby“ die Ohren erreicht. Welch auditives Erlebnis, wenn Laute ein Lächeln auf das Gesicht des Hörers zaubern. Wie sollte es auch anders sein, wenn die Stimme schon ein Lachen transportiert.

Halten wir das Bild doch mal fest für einen Moment, so fällt es leicht sich das nächste in die Sinne zu rufen.
Das „Sinnlich-Baby“. Sanftmütig, liebend, gehaucht. Per se weiblich assoziiert. Eine Schönheit rekelt sich uns entgegen, verlockend nah, katzengleich, schnurrend. Das männliche Pondon lebt durch die in der Regel tiefere Stimme, die dadurch dominant und bereit wirkt.
Allein die Aussprache verspricht mehr als nur Vanilleeis. Besonders wenn dem Wortklang bei Stufe 2 noch eine gewisse lüsterne Note hinzugefügt wird. Wenn es klappt, trifft es so die Bauchmitte bei Männern auch gerne mal etwas tiefer.

Für jene die beim dann folgenden Sex sprechen, gibt es natürlich noch mehr. Da wird das „Sinnlich-Baby“ abgelöst vom schnöden „Keuch-Baby“ zuweilen über das „Gib’s mir – Baby“ hin zum „Orgasmusschrei-Baby“. Jedes für sich lebt natürlich mit der Art der stimmlichen Begleitung, dem jeweiligen Geschlecht des oralen Aktivisten und der emotionalen Beteiligung.

Na? Hättet ihr das für möglich gehalten? Oh Baby, ein Wort, so viele Variationen.
Dabei dachte ich heute früh nur ein einfaches „Oh Baby“ ohne Hintergedanken.
Jaja, wie die Dinge manchmal so laufen.

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3 Kommentare auf “Oh Baby! – Ein Ausspruch der es in sich hat!”

  1. Bellsqueen sagt:

    Hallo Laja, ein “Baby” hast Du noch vergessen:
    Das respektvolle, anerkennende, wertschätzende “Baby”, das sich der Kehle einer Leserin entlockt, die durch Zufall auf diesen Blog gestoßen ist und ihn inspirierend und intelligent findet und meistens laut über Deine wunderbaren, witzigen und anregenden geistigen Ergüsse lacht und sich manchmal leise zurückzieht, das tiefgründige Gelesene auf sich wirken läßt und drüber nachdenkt.
    Baby – ich freu mich auf den nächsten Artikel !

  2. Conti-Olaf sagt:

    @Bellsqueen: 100% Zustimmung! Conti-O. freut sich ebenso…

  3. Laja sagt:

    Ganz lieben Dank für eure Rückmeldungen, darüber freue ich mich sehr!