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Dr. Gunther von Hagen, der Mann, der mit seiner Austellung “Körperwelten” hagen durch die Lande zog und sich weltweit einen Namen machte. Von Moralaposteln umstritten, ließ er sich nicht beirren. In einem Interview der Sunday Times beschrieb er seine ursprüngliche Motivation: “My idea to find a way to preserve the body was actually ignited by a visit to a museum in Heidelberg, where I was working as a young doctor. I was looking at specimens encased in blocks of transparent plastic and I asked the curator why this plastic wasn’t used to preserve them on the inside, rather than the outside. He said it was impossible, but it niggled me. I couldn’t stop thinking about it. I was determined to find a way.” Diesen Weg hat er gefunden, wie man in seiner Ausstellung sehen kann. Durch Nerdcore wurde ich darauf aufmerksam, dass man nun auch Teile seiner Plastinate käuflich erwerben kann.

Der damit zusammenhängenden Artikel aus der Times machte auf mit: “Stuck for that last minute gift? Fed up with buying after-shave for your husband?” Hmmm, dachte ich, schräge Idee. Liest man weiter, relativiert es sich natürlich etwas.
Auf der Webseite des Plastinariums erfährt man dann, dass Gunther von Hagens´ PLASTINARIUM in Guben Ende Mai wieder eröffnet worden ist, nachdem der Umbau und die konzeptionellen Änderungen abgeschlossen waren.

Dort startet mit der Wiedereröffnung der Verkauf von Silikon- und Scheibenplastinaten. Verkaufsbeschränkte menschliche Plastinate sind nur für qualifizierte Nutzer wie Ärzte, Professoren, Lehrinstitutionen, Krankenhäuser etc. bestimmt. Käufer verkaufsbeschränkter tierischer Plastinate, wie Elefant oder Nashorn, haben spezielle Verwendungsbestimmungen zu beachten. Preislich liegen die Plastinate oder perfekte Kopien davon zwischen 80 und 15.000 Euro pro Präparat. So kostet etwa eine menschliche Unterschenkel-Scheibe 80 Euro, eine Kopfscheibe bis zu 1.500 Euro und eine frontale Ganzkörperscheibe etwa 11.000 Euro. Des Weiteren werden Körperglasscheiben von Pferdehuf (125 Euro), Elefanten, Giraffen und anderen Tieren angeboten.

Schade, eigentlich! So einen Bogenschützen hagen2am Wohnungseingang hätte ich schon cool gefunden. Aber bitte am Stück, und nicht in Scheibchen. Ohnehin eine seltsame Vorstellung zu wissen, dass man nach seinem Tod als in Scheiben geschnittenes Plastinat in der Welt verteilt wird. Von Hagen selbst, scheint diese Idee für sich zu bevorzugen. “When I die, I will, of course, be plastinated. I want my body to be divided into transparent slices so it can be distributed around the world.”, sagte er noch im September 2007 gegenüber der Sunday Times.
Da hier im Hintergrund gerade die Vuvuzelas das WM-Spiel Ghana gegen Serbien begleiten, frage ich mich, was wohl so ein Fussballer kosten würde. Wenn erst einmal der Online-Verkauf in Guben losgeht, spart man sich sogar die lange Anfahrt. Ich höre schon die Werbung: “Bestellen sie bequem von zu Hause.” Die Frage am Stück oder geschnitten bekommt da irgendwie eine ganz andere Bedeutung, findet ihr nicht? Man stelle sich vor, wenn man den Bogenschützen dann nicht mehr mag und ihn auf Ebay zur Versteigerung anbietet. Natürlich nur, um sich von dem Erlös den Fussballer zu kaufen – oder so.
Aber nun, das bleibt wohl erst einmal ein unmögliches Unterfangen, glaubt man den Verkaufs- und Kaufsbedingungen des Plastinariums. Wobei, so recht will es mir auch nicht in den Sinn. Wenn ich mich plastinieren lasse, könnte ich doch auch die Bedingungen festlegen. Zum Beispiel einem Verkauf zustimmen und gleich verfügen was mit dem Geld, nach Abzug von Dr. von Hagens Unkosten, passieren soll.

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