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Harz IV als Ruheoase?

Es gibt ja Dinge die mich echt in Wallung bringen können, so auch die aktuelle Diskussion um die Reform des Harz IV. Allen voran natürlich unsere Ursel, gefolgt von Koch. Ich frage mich wirklich, ob wir in der gleichen Hemisphäre leben. Eine prinzipielle Gegnerin von Reformen bin ich wahrlich nicht, doch besonders aufregen könnte ich mich – wie immer in solchen Fällen – über dieses polarisierende Politikergehabe. Geprägt ist diese zukunftsorientierte Weitsichtigkeit dadurch, dass sie nicht von der Wand bis zur Tapete reicht.

Muddi Ursel lebt ihre Profilneurose aus, in dem sie bekannt gibt, dass vieles an Hartz IV “hastig” gemacht sei. Daher stelle sich die Frage:

“Wie können wir es gerechter machen, wie können wir es verständlicher machen?” Arbeit müsse sich lohnen. “Es muss der Anreiz da sein zu sagen: Ich verdiene so gut ich es kann, und wenn es nicht reicht, dann zahlt die Gemeinschaft – die Steuerzahler zusammen – was dazu, dass es für den Lebensunterhalt reicht.”

Roland „die Lippe“ Koch reagierte und verlangt Arbeitspflicht für Arbeitslose

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Roland Koch hat eine Arbeitspflicht als Gegenleistung für staatliche Unterstützung gefordert.
“In Deutschland gibt es Leistungen für jeden, notfalls lebenslang. Deshalb müssen wir Instrumente einsetzen, damit niemand das Leben von Hartz IV als angenehme Variante ansieht”, sagte der hessische Ministerpräsident der “Wirtschaftswoche”.

So wirklich neu ist die Tatsache wahrlich nicht, dass es ganze Familien gibt, die sich dem so genannten ‚Sozialhilfeadel’ zuzählen lassen. Auch ohne dass ich nun mit genauen Zahlen aufwarten kann oder meinen beruflichen Hintergrund weiter darstellen will, gehe ich davon aus, dass es sich hierbei um eine Minderheit handelt. Und da wären wir dann schnell bei der von mir erwähnten Polarisierung. Ursel ist ja seit der KiPo-Diskussion besonders geübt in solchen Dingen und Herr Koch steht dem ohnehin in nichts nach.

Fefe kommentierte Kochs Forderung und spricht mir aus der Seele:

Also los, Roland, ab in die Produktion. Oder willst du uns weismachen, du hättest in den letzten Jahrzehnten irgendeine Arbeitsleistung erbracht? Von mir aus kann der Koch auch in den Kohlebergbau gehen.

Anhand eines mir bekannten Falls habe ich eben einmal den Satz des ALG II – also Harz IV – berechnet, den dieser 25jährige Mann zu erwarten hat, gelingt es ihm nicht zeitnah in eine Ausbildung oder Beschäftigung zu kommen. Sein ALG I beträgt derzeit € 639,- im Monat. Er zahlt eine Kaltmiete von 300,00 € plus 60,00 € Heizkosten. Der Harz IV-Berechner warf aus, dass bei den Heizkosten 18% Warmwasserzuschlag abgezogen werden, somit werden nur 49.20 € bezuschusst. Wozu auch warmes Wasser – Abhärtung hat ja noch nie geschadet und der Gute kriegt doch immerhin 359,00 € ALG II, von denen er das dann mitfinanzieren kann.

Es wäre doch wirklich ein Spaß Koch und Co. mal von diesem Monatseinkommen leben zu lassen. Ob im Anschluss noch immer derartige Behauptungen aufgestellt werden, dass Harz IV ja ein achso erstrebenswertes Lebensziel ist, um sich darin einzurichten?

Arbeitsagenturchef Weise warnt vor einer neuerlichen Reform und hält es für sinnvoller „die Bildungspolitik zu verbessern“ und „gleichzeitig Rahmenbedingungen für die Entstehung von mehr Jobs“ zu schaffen.

Ja immerhin!

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