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Ja, wir haben es doch getan. War es zunächst auch nicht geplant, sattelten wir dann doch gestern unser Gefährt und fuhren recht früh gen Berlin. Über Twitter wurden wir schon bestens eingestimmt auf ein supertolles Demowetter, dass uns Vorort erwarten sollte. Das hob die Laune ungemein, beim Durchfahren von Früh-, Hoch- und Tiefnebel.
Die Strecke war recht locker und anscheinend war es eine gute Entscheidung unser Gefährt in Tempelhof zu lassen. Einmal mit der Berliner Bahn vertraut gemacht, war der Demoplatz ganz gut zu erreichen.
Die Twitteria hatte Recht behalten: strahlender Sonnenschein über Berlin erwartete uns und steigerte die Laune. Ein buntes Nerdvolk hatte sich bereits versammelt und stetig kamen mehr Leute dazu. Auffallend fand ich die Gesichter der umstehenden und natürlich auch mittig auf dem Platz stehenden berliner Polizisten. Himmel, so grimmig gucken unsere Hamburger nicht einmal beim alljährlichen Schanzenvergnügen.
Nachdem wir zweimal den Platz umkreist und einen Kaffee getrunken hatten, zuckelten wir in Richtung der Wagen, die sich bereits aufgestellt hatten.
Zwischen dem Google Street View Auto
Freiheit statt Angst 2010
und dem Wagen des CCC schien uns ein guter Platz zu sein. Von da an dauerte es noch eine ganze Weile bis es letztlich los ging, aber nun: Zeit zu entspannen, die Spuren der Fahrt abzuschütteln, Leute auf sich wirken zu lassen – eben einfach etwas chillen und Atmosphäre schnuppern. Außerdem hatte es auch was, mal anderen bei der Arbeit zuzusehen. Die Leute vom CCC waren nämlich noch damit beschäftigt den Wagen flott zu machen.
Freiheit statt Angst 2010 Reine Ehrensache war es diesem Wagen später zu folgen. Chapeau! Das habt ihr wirklich gut hinbekommen und eure Musik war sehr klasse.

Alles in allem war es eine friedliche Demonstration. Das ganze erinnerte mich irgendwie an die allerersten Nachttanzdemos in Frankfurt, falls die dem einen oder anderen noch ein Begriff sind. Zwar gab es zwei schwarze Blöcke bestehend aus offensichtlich erlebnisorientierten Jugendlichen, die glücklicherweise keine Schnitte zu gewinnen hatten.

Alles in allem war es wirklich gelungen! Die Veranstalter, denen an dieser Stelle ein dickes Lob ausgesprochen wird, sprachen von rund 7500 Demonstranten.
Eigentlich gehöre ich zu den Bloggern, die es sich oftmals eher verkneifen über Themen zu schreiben, die schon von sehr vielen anderen beschrieben wurden. Insofern erspare ich allen eine inhaltliche Wiederholung der politischen Inhalte.
Wer gerne noch etwas mehr lesen möchte, dem kann ich den Artikel auf netzpolitik.org wärmstens empfehlen. Dort ist die Rede von Monty Cantsin auf der Abschlusskundgebung eingestellt. Die Rede beschreibt die derzeitige netzpolitische Situation ziemlich gut.

Fotografische Impressionen fanden sich auf Nics Bloghaus II

Zum Schluss beende ich diesen Artikel mit den Worten, die Monty Cantsin zu Beginn seiner Rede sprach:

Liebe Freundinnen und Freunde der Freiheit! Es lohnt sich immer noch, zur „Freiheit statt Angst“ Demo auf die Straße zu gehen.

flattr this!
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6 Kommentare auf “Freiheit statt Angst – ein persönlicher Rückblick”

  1. jorokide sagt:

    diese selbstbeweihräucherung ist zum kotzen.

    130 organisationen, 7500 teilnehmer…..gegen den bahnhof 21 sind fast 22000 auf die strasse gegangen.
    willst du die “grossdemo” (hust..) wirklich als erfolg verkaufen?

    lasst es 2011 bitte sein, ich hab noch einen funken stolz im leib, nachdem am stammtisch hohn und spott über uns ausgeschüttet wurde.

    zu recht!

  2. mnm sagt:

    Nur die ersten 500 Meter gab es zwei antikapitalistische Blöcke weil der vordere Teil nichts von dem hinteren, dem eigentlichen mit Lauti und Transpis wusste. Danach wurde Fusioniert und wir stellten den wahrscheinlich größten Teil nach den Piraten. (http://youtu.be/6I9VwI1aAmo) Hast du das vielleicht von heise.de abgeschrieben?
    Und woher willst du wissen das es “erlebnisorientierten Jugendliche” waren (Von der Polizei erfundene Bezeichung um Demonstrationen zu diskreditieren)

  3. Laja sagt:

    @ jorokide
    Selbstbeweihräucherung? – hm, hab ich nicht so da rein geschrieben, aber ok, wenn es bei dir so ankommt… Das es mehr Leute hätten sein können bzw. sein sollen ist, denke ich, ebenso klar wie die Tatsache, dass derartige Themen leider nicht gerade die breite Masse mobilisiert. Deswegen nichts tun halte ich aber dennoch nicht für den besseren Weg.

    @ mnm
    Wir haben das Fusionieren in Teilen mitbekommen und dabei habe ich die Jugendlichen gesehen. Heise hatte ich nicht gelesen. Wäre etwas von denen, wäre es verlinkt.
    Wer mich kennt (oder auch hier im Blog liest) weiß, dass ich oft genug das Verhalten der Polizei daneben finde. Gleichermaßen daneben finde ich aber eben auch das Verhalten von Leuten die offensichtlich gewaltbereit aufjoggen und Transparente schwingen die mit der FsA nichts zu tun haben.

  4. mnm sagt:

    @Laja
    Das mit den Transpis kenne ich nur zu gut, aber eigentlich von anderen Demonstrationen. Bei dieser waren doch eh fast keine, und wenn zum Thema dort.. (Abgesehen vom Georg-Büchner Transpi das anch der Fusion aber auch verschwand [hoffe ich])

    Das mit den Neusprech-”ereignisorientierten Jugendlichen” hast du aber noch nicht erklärt. Kam mir nicht so vor, am 1 Mai ist sowas zwar z.T. zu beobachten wenn dann die (betrunkennen) Atzen und Hools mitmischen aber ansonsten ist mir sowas für Demonstrationen (generell, am 1Mai ja auch erst danach) neu.

  5. Laja sagt:

    Ich fand es irritierend z. B. Antifa-Flaggen dort zu sehen und da echt mehr als eine. In der Gruppe gab es darüber hinaus einen der irgendein themenbezogenes kleines Plakat trug. Positiv betrachtet wirkte es auf mich, als habe die Gruppe Präsenz zeigen wollen. Vergleicht man, fällt auf, dass alle übrigen Gruppierungen/Parteien ja auch nicht nur mit ihrem Banner o.Ä. rumliefen.
    Achja, erlebnisorientiert … Ich denke, dass du weißt was damit gemeint ist, zumindest passt deine Erklärung.
    Erlebnisorientiert sind für mich die Jugendlichen dann, wenn ihre Anwesenheit nicht darauf ausgerichtet zu sein scheint, für die jeweilige Sache zu demonstrieren, sondern “Party” zu machen, Frust abzubauen, Gewalt auszuleben, etc. Es ist schön zu wissen, dass es dieses Mal ruhig blieb, nichts anderes hatte ich geschrieben. Ich will niemandem mit ernster politischer Motivation auf die Füße treten, aber diese Kids wirkten wahrlich nicht so. Und ich bilde mir schon ein, den Unterschied erkennen zu können, ob jemand Friedliches im Schilde führt oder nicht.

  6. mnm sagt:

    lol?! Warum wundern die Antifa-Fahnen, der Antikapitalistiscke Block wurde von der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) und der Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB) organisiert, “Antifa” ist außerdem ein Label, mehr als nur gegen Nazis.

    Z.B. die Piraten hatten fast Pro Person eine Flagge (!) und dann noch z.T. welche als Umhang umgehangen etc. Sowas nervt.

    Ich bin mir außerdem ehr sicher das dort niemand kam um “Party” zu machen, (Abgesehen von den Piraten und CCC Trucks mit Musik – kotz) doch nicht bei einer Bürgerlichen Bündnisdemo und besonders nicht mittags?!! Und um “Frust abzubauen” waren sicher die meisten da. Ich zumindest.