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Es ist Sonntag 11.30 Uhr, die Messen dürften gelesen sein, und ich frage mich gerade, ob dieser Salzburger Bischof wieder einmal seine verbalisierten Scheußlichkeiten Auslegung des Wort Gottes unter seine Herde brachte. Auch frage ich mich zum wiederholten Mal, ob man wohl ein Misanthrop sein muss, wenn man in den höheren Reihen der Kirche stehen will.
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Nun hab ich gleich losgelegt, ohne zu sagen was mich so sauer macht. Für manche mag es schon älter sein, da Fefe bereits vor zwei Tagen berichtete, doch ich bin eben erst darüber gefallen. Es geht um die Aussagen des Salzburger Bischof Laun, der die schrecklichen Ereignisse der Loveparade als Strafe Gottes deklarierte. Nachzulesen auf Kath.Net, wo es heißt:

[...] „Love – Parade“ und Teilnahme an ihnen sind, abgesehen von ihrem abstoßenden Erscheinungsbild, objektiv eine Art Aufstand gegen die Schöpfung und gegen die Ordnung Gottes, sind Sünde und Einladung zur Sünde! Sie dürfen nicht schöngeredet werden als „harmloses Feiern“ netter junger Menschen! [...]Wahr ist vielmehr: Wenn Gott „straft“ tut er dies mit der Absicht, den Menschen zurückzuholen, Gott straft aus Liebe!

Ich bin gerade derart fassungslos und entsetzt über so viel Ignoranz und Kaltherzigkeit, die aus den Köpfen derer zu strömen scheint, die sich eigentlich für das Hüten unserer Seelen verantwortlich sehen. Liest man die Kommentare zu dem Artikel wird es nicht besser.
In welche Richtung sollte man diesen Gedanken denn weiter verfolgen? Was haben beispielsweise die kindlichen Missbrauchsopfer getan, damit sie die Strafe Gottes, die sie durch umtriebige Kirchenmänner erfahren mussten, verdienten? Achso, dass war ja nur die Liebe Gottes.
Gerade stelle ich mir vor, wie es mir als Mutter eines Opfers der Loveparade gehen würde, würde ich mir derartige Reden anhören müssen. Ob gläubig oder nicht, ich denke es würde verletzen. Dies gilt umso mehr, da ich mir vorstellen kann, dass sich nicht wenige Eltern selbst Vorwürfe machen, auch wenn diese noch so irrational sein mögen. Mein Kind soll gesündigt haben? Wer definiert die Sünde? Selbst wenn, warum bestraft Gott anstatt auf den rechten Weg zu führen? Warum bestraft er die Familien der Opfer gleich mit? Was ist das für ein Begriff von Liebe, der da proklamiert wird? Und abschließend wie schmerzbefreit muss ein Mensch sein, wenn er derartiges verlauten lässt?
Diese Haltung lässt jedwede Pietät und Mitgefühl missen und sie hinterlässt – zumindest bei mir – eine hilflose Wut.

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2 Kommentare auf “Die Loveparade – eine Strafe Gottes …”

  1. Paramantus sagt:

    Ach, so einen Unsinn darf man doch nicht ernst nehmen… Das ist die Aufregung nicht wert.

  2. Laja sagt:

    In gewisser Weise gebe ich dir recht, eigentlich hat dieser Unsinn keinerlei Aufmerksamkeit verdient. Das Problem ist, dass es leider noch (zu) viele Leute gibt, die an deren Lippen hängen und wie die Schäfchen mittrotten.