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In Anbetracht der aktuellen Nachrichten gibt es wohl kaum einen passenderen Zeitpunkt für einen Film, der sich so unverblümt und stark dem Thema Missbrauch widmet. Der Film basiert auf dem Roman Push der Autorin Sapphire und wird ab 25. März in unseren Kinos laufen.

Im Zentrum der Geschichte steht Claireece Jones (Gabourey Sidibe), ein 16-jähriges afroamerikanisches Mädchen aus dem tiefsten Harlem, die sich selbst „Precious“ nennt. Der Vater vergewaltigt sie zum ersten Mal mit drei Jahren, schwängert sie später zweimal und infiziert sie mit dem HI-Virus. Von der Mutter (Mo’Nique) wie eine Sklavin behandelt, ist ihr Alltag geprägt von massiven Misshandlungen und permanenten Demütigungen.
Precious ist Analphabetin. Als sie das zweite Mal schwanger wird, scheint ihr schulischer Weg vor einem Ende zu stehen. Die Schuldirektorin empfiehlt Precious die Teilnahme an einem Lernprojekt. Von ihrer dortigen Klassenlehrerin lernt sie letztlich nicht nur lesen und schreiben. Precious lernt, dass auch ihr Leben kostbar ist und sie es in der Hand hat etwas daraus zu machen.

Auch wenn es in diesem Film nicht um die Verflechtungen der Kirche oder anderen Institutionen mit diesem Thema geht, so ist zu erwarten, dass dieser Film sehr deutlich die Dynamik und Auswirkungen von Missbrauch aufzeigt. „What’s terrifying about the abuse here is how casually it’s accepted as a fact of life, by both perpetrator and victim.“ [Entertainment Weekly]
So wirft die Mutter ihrer Tochter nicht nur vor, dass sie sich nicht dem Vater entzogen hat, sondern auch, dass sie ihr den Mann gestohlen hat, wie der Filmausschnitt: Die Schlampe da ist schuld daran! zeigt.
Wie auf Spon zu lesen ist, geschieht die Auseinandersetzung mit der hinter dem Missbrauch gelagerten Dynamik „… nicht im Sinne der Entschuldigung, sondern im Zeichen der Aufklärung: Seht, aus welcher grausigen Logik heraus dieses Verbrechen entsteht. Dämonisiert nicht den Missbraucher, sondern erkennt ihn als das, was er ist: ein kranker und hochgefährlicher Mensch, vor dem man andere schützen muss.”

Zum Schluss noch ein Zitat, das ich sehr gut fand: “It’s a potent and moving experience, because by the end you feel you’ve witnessed nothing less than the birth of a soul.”
In diesem Sinne denke ich, es wird ein sehr sehenswerter Film, der sicher nicht nur von mir gespannt erwartet wird.

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